Das Hansgrohe Strahlforschungsteam besteht aktuell aus sechs Leuten.

Das Strahlforschungsteam 2011 (v.l.n.r.): Markus Wöhrle, David Baumann, Klaus Butzke, Franz Schorn, Ulrich Kinle, Sven Kleinwächter.

Im Hansgrohe Strahllabor

Spaghettistrahl und Dreifachhelix – ein Werkstattbericht

In einer Werkshalle im Schwarzwald stehen zwei junge Männer und lassen Wasser in einen großen Kreiszylinder blubbern. Sie tüfteln an einer Präsentation für das Wassersymposium das demnächst nebenan in der Aquademie stattfindet. Die Oberseite des gläsernen Zylinders schließt mit einer straff gespannten Plastikfolie ab. „Die simuliert die Haut“, erklärt Markus Wöhrle, Chef des Hansgrohe Strahllabors in Schiltach.

„Wenn Sie die Hand auf die Folie halten, spüren Sie, wie die Wasserstrahlen beim Duschen auf Ihrer Haut auftreffen würden.“ Der Strahl kreist massierend über die Handfläche. „Das Wasser darf nicht zu weich aufkommen. Sonst kriegt man Seife oder Duschgel nicht weggespült. Aber auch nicht zu hart, denn das empfinden die meisten als unangenehm.“ Ein einfacher Versuchsaufbau – doch anschaulicher lässt sich kaum demonstrieren, wie die Strahlforscher bei Hansgrohe arbeiten:

Hier wird der Hahn aufgedreht. Hier werden Wasserstrahlen beobachtet, abgelenkt, gewunden, umgeleitet, geformt, zersprüht, verteilt. Hier wird mit den Händen gearbeitet, optimiert und verworfen. Hier dreht sich alles um den perfekten Strahl, seine optische Erscheinung, den Wasserdurchfluss, die Strahlgeometrie.

Strahlforschung ist Grundlagenforschung.

Warum der ganze Aufwand? Zum Beispiel, weil technisch nicht ausgereifte Brausen und Armaturen verkalken und früh kaputt gehen. Wenn Strahlen nicht schön fließen, sondern spritzen, ist außerdem der Putzaufwand höher – vom getrübten Duscherlebnis ganz zu schweigen. All das ist ärgerlich und teuer, Ressourcenverschwendung zumal.

Das Wasser, das da im Zylinder aus einer Raindance Regenbrause auf die Folie trifft, ist übrigens nicht nur Wasser. Dafür sorgt die AirPower Technologie: Sie verwirbelt Luft im Wasser, das dadurch in fülligen, weichen Tropfen aus dem Duschkopf perlt. AirPower haben die Strahlforscher ertüftelt, und man kann sagen: Sie ist ein sanitärer Geniestreich, der die Qualität des Duschens verbessert hat. Und deswegen ein lukratives Geschäftsfeld.

Dringt man weiter in Hansgrohes „Allerheiligstes“ vor, sieht man hier jemanden winzige Bauteilchen unterm Mikroskop sezieren, dort jemanden detaillierte Skizzen anfertigen und Zahlenkolonnen übertragen. Ein Dritter macht eine filigrane Bohrung. „Um eine Designvorlage umzusetzen“, erklärt er.

Hier gibt es für jedes Teilgebiet einen Fachmann.

Im Hansgrohe Forschungszentrum liegen Zettel, Schrauben und für Laien undefinierbare Musterteile herum. An Flipchartwänden kleben Skizzen und Querschnittzeichnungen, an Werkbänken wird gefräst und gedreht. Ein „Duschkopfdoktor“ führt mit einem feinen Instrument eine minimal invasive Operation durch. Die Geräuschkulisse: konzentriertes Summen, Hämmern, Bohren und natürlich: Rauschen. Männer lauschen Regentropfen und Wasserfällen, empfinden Bachplätschern nach, erkunden Wasserformen und -gestaltungsmöglichkeiten. Das klingt nach einem guten Job.

Das Strahllabor ist Teil der Hansgrohe Entwicklungsabteilung, in der rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an innovativen Technologien und neuen Produkten arbeiten. Die Forscher und Ingenieure bilden wiederum kleine Teams. Jede Forschergruppe arbeitet mit Produktentwicklern zusammen, ist mit dem Innovationsmanagement oder der Patentabteilung engmaschig vernetzt. Denn die Technologien, die besondere Strahlarten erzeugen, kann man sich patentieren lassen. Die Wasserstrahlen selbst allerdings nicht. Die gehören allen.

Wasser formen klingt nach Kunsthandwerk – ist es auch.

Das Strahlforschungsteam kann völlig unabhängig forschen. Und das mit eigens bei Hansgrohe entwickelten Methoden, die objektive Vergleiche möglich machen. Durch diese spezifischen Verfahren, durch sorgfältiges Tüfteln und Know-how, durch Liebe und Leidenschaft für das Element Wasser entstanden einzigartige Strahlarten und Innovationen:

EcoSmart, Rainfall, RainFlow, Rain AIR, Whirl AIR, Balance AIR, Mix oder CaresseAIR. Hier im Strahllabor testete man die Wirkung von Schwall- und Ganzkörperstrahlen, Spaghetti-, Laminar- oder Variostrahlen. In diesen Formen fließt Wasser heute durch die Produkte der Marken Hansgrohe und Axor – und tut enorm gut.

Hier, im Werk „Aue“, entwickelte man auch die Kultdusche Raindance mit ihren drei Strahlarten, und ein Ende der Kreativität scheint nicht in Sicht. Markus Wöhrle jedenfalls ist überzeugt, dass seine Arbeit schier unerschöpflich ist. Wasser, sagt er, stelle Forschung und Wissenschaft noch immer vor viele Rätsel. Und auch mit Blick auf einen nachhaltigen Umgang mit der kostbaren Ressource gebe es noch viel zu tun – auch für die Strahlforscher.

Dazu lesen Sie mehr unter: Strahlforscher Markus Wöhrle im Interview.

Ein Blick in die Strahlforschung

Bilder
  • Diskussion im Strahllabor in Schiltach.
  • Klaus Butzke beim Tüfteln und Probieren.
  • Hochschulpraktikant David Baumann im Hansgrohe Strahllabor.
  • Ulrich Kinle schaut, wie die Wasserstrahlen aus der Testbrause fließen.
  • Testbrause im Hansgrohe Strahllabor auf dem Prüfstand.
  • Sven Kleinwächter im Hansgrohe Strahllabor.
  • Der Leiter des Strahllabors: Markus Wöhrle.

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