Karlsruher Studenten, kolumbianische Kinder

Nachhaltige Ingenieure: Studenten des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) setzen sich für verbesserte Lebensbedingungen in Entwicklungsländern ein.

Die Hansgrohe SE engagiert sich

für das Hilfsprojekt „Aguavision Kolumbien“

In der Schule von San Bernardo del Viento gibt es endlich fließendes, sauberes Wasser! Bis vor kurzem litten dort, im Norden Kolumbiens, noch 1.600 Schüler unter mangelnder Wasserversorgung und -qualität. Für das große Plus an Gesundheit und Lebensqualität sorgten Studenten des Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Als Engineers Without Borders (EWB) machen sie sich für nachhaltige Projekte in Entwicklungsländern stark. Hansgrohe findet: Das muss unterstützt werden. Und so griff die Green Company den angehenden Wirtschafts-, Chemie- oder Bauingenieuren aus der badischen Nachbarschaft beim Wasserprojekt „Aguavision Kolumbien“ finanziell unter die Arme. Die Hansgrohe Online-Redaktion sprach mit Projektleiter Lukas Biergans (22), Maschinenbau-Student im sechsten Semester.

Lukas Biergans, wie lange engagieren Sie sich schon für das Projekt, und was passierte, bevor Sie in Kolumbien anfingen zu buddeln?
Lukas Biergans: Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 wurde EWB als Hochschulgruppe an der Uni Karlsruhe gegründet, um Betroffene auf Sri Lanka zu unterstützen und zum Wiederaufbau der Grundversorgung beizutragen. Beim Projekt Aguavision bin ich seit etwa anderthalb Jahren dabei, von Anfang an. Zwei Kommilitonen stammen aus Kolumbien und erfuhren von dem Wasserproblem an der Schule. Sie machten im Frühjahr 2014 eine erste Reise, sprachen mit der Schulleiterin, entnahmen Wasserproben und kamen mit ihrem Bericht zurück nach Karlsruhe. Von da an machten wir uns auf die Suche nach Unterstützern. Gut 30 KIT-Studenten bereiteten Aguavision vor, und elf von uns flogen Ende September nach Kolumbien, um die Pläne zu realisieren.

Welche Bedingungen haben Sie in der Schule vorgefunden?
L.B.: Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und die Nutzwasserversorgung an der Schule in einem schlimmen Zustand. Generell kommt das Wasser nur an einigen Tagen in der Woche von den Stadtwerken zur Schule, was nicht ausreicht. Es muss gespeichert werden, und trinkbar ist es ohnehin nicht. Die Zisterne war voller Schlamm und Müll, die Klos im Grunde unbenutzbar, aber irgendwohin mussten die Schüler ja gehen. Als wir die sanitären Anlagen sahen, haben wir uns entschlossen, die kaputten Toiletten und Wasserhähne auch noch zu reparieren.

„Wir standen jeden Morgen um sechs an der Baustelle – mit Sonnencreme und Mückenschutz bewaffnet.“

Vor Ort haben Sie das Projekt in einer Bauphase von nur 26 Tagen umgesetzt. Sie sanierten die Zisterne, die sanitären Anlagen und sorgten für eine neue Nutzwasserinfrastruktur. Sie installierten einen zusätzlichen Wasserspeicher mit einem Volumen von 10.000 Litern und legten Leitungswasser in die Schulküche. Klingt nach harter Arbeit ...
L.B.: Ja, allein klimatisch waren das nicht gerade optimale Arbeitsbedingungen: 35 Grad heiß und hohe Luftfeuchtigkeit. Jeden Morgen standen wir um sechs Uhr mit Sonnencreme und Mückenschutz bewaffnet an unseren vier Baustellen. Neben der körperlichen Arbeit haben wir immer noch die Ergebnisse festgehalten und gebloggt. Aber ich bin jeden Morgen um fünf hoch motiviert aufgestanden und hatte riesige Lust, zu arbeiten. Das hat mich selbst ein bisschen überrascht. Einen Tag haben wir uns mal am Meer gegönnt, die Schule liegt etwa zehn Kilometer von der Küste entfernt.

Wie waren Sie untergebracht?
L.B.: Wir wohnten zu elft in einem 60 Quadratmeter großen Appartement, das einem Biolehrer gehörte. Da lernt man sich gut kennen (lacht). Wir waren uns zwar alle recht vertraut aus dem Studium und der intensiven Vorbereitungsphase, aber es lief natürlich nicht immer alles glatt. Jeden Abend ging zum Beispiel der Kampf um die winzige Dusche los, weil wir alle verschwitzt und verdreckt waren.

Wie wurden Sie aufgenommen? Die Kinder waren bestimmt neugierig ...
L.B.: Alle waren wahnsinnig nett zu uns. Auch im Dorf, das nur aus ein paar tausend Einwohnen besteht, hat immer jeder freundlich gewunken, gerufen und gegrüßt. Von den Schülern wurden wir regelrecht belagert. Sie haben uns beobachtet, über die Schultern geguckt, kannten unsere Namen. Was wir da machten, war natürlich viel spannender als der Unterricht. Unsere Mädels mit den langen, blonden Haaren fanden sie besonders interessant. Manchmal hingen über 30 Kinder bei uns herum und wir mussten sie verscheuchen, weil sie uns von der Arbeit abhielten. Aber gelegentlich haben wir sie auch eingespannt, beim Sandsieben zum Beispiel.

Lukas Biergans, KIT-Student

Lukas Biergans (22), Fachrichtung Maschinenbau, engagiert sich als Engineer Without Borders.

Impressionen von den Baustellen in San Bernardo del Viento

Bilder

© alle Bilder: EWB KIT

  • KIT-Student mit kolumbianischen Schülerinnen
  • Karlsruher Studenten an kolumbianischer Baustelle
  • Engineers Without Borders in Kolumbien
  • Kolumbianische Schülerinnen
  • Engineers Without Borders an Baustelle
  • KIT-Studenten an kolumbianischer Baustelle
  • Engineers Without Borders an kolumbianischer Baustelle
  • Engineers Without Borders an kolumbianischer Baustelle
  • KIT-Studentin und kolumbianische Schülerin
  • Neuer 10.000-Liter-Tank an kolumbianischer Schule

Hansgrohe hat Aguavision insbesondere unterstützt, weil Sie sich auch um die nachhaltige Verankerung des Wasserthemas bei den Schülern gekümmert haben. Was haben Sie gemacht?
L.B.: Diejenigen von uns, die fit in Spanisch sind, sprachen mit den jüngeren Kindern über Wasserkreisläufe, Regen, Grundwasser, vor allem übers Wassersparen. Der Unterricht stand unter dem Motto: „Wasser ist kostbar.“ Den älteren Schülern haben wir zusätzlich unser Projekt erklärt. Wir konnten einen schnellen Effekt beobachten: Die Schüler haben sich in den sanitären Anlagen gegenseitig ermahnt, das Wasser nach Benutzung schnell wieder abzustellen. Auch nach unserer Abreise geht Aguavision weiter: Vor Ort werden Wasserproben entnommen und die Ergebnisse von Bakterientests per Mail an uns geschickt.

Ließ sich Ihr Engagement gut mit dem Studium vereinbaren – und was nehmen Sie mit von Ihrer Reise nach Kolumbien?
Eigentlich haben wir an der Universität nie Leerläufe, im Gegenteil: Bevor wir flogen, hatten wir eine arbeitsintensive Prüfungsphase. Zeitlich passt so was irgendwie nie rein, aber wir haben es einfach gemacht. Unsere Professoren unterstützen uns, waren sehr hilfsbereit und offen. Natürlich profitiert man von so einem Projekt auch fachlich enorm. Als Maschinenbauer konnte ich schon im Vorfeld viel Fachfremdes lernen. Menschlich war die Reise nach Kolumbien eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Wir bereiten übrigens gerade die zweite Phase vor. Jetzt geht es um die Trinkwasseraufbereitung an der Schule. Da hat man jede Menge Verantwortung …

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EWB hat das Ziel, Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützten und ihre Lebensbedingungen durch nachhaltige Ingenieursprojekte entscheidend zu verbessern. Weitere Projekte, Spendenmöglichkeit und Fördermitgliedschaft auf EWB-KIT e.V..

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